Zur Blauen Stunde fügte sich für die Schülerbegegnung Musik & Kunst Sachsen – Baden-Württemberg ihr in drei Tagen vorbereitetes Konzert- und Theaterprogramm harmonisch zusammen. Noch bei Tag wurden die Besucher im vollbesetzten Franziskaner Konzerthaus von fast 500 begeisterten Schülerinnen und Schüler empfangen. Sie kamen aus dreizehn Schulmusikensembles aus Sachsen und Baden-Württemberg und traten nun gemeinsam in vier Ateliers auf. Eine gespannte Erwartung schien in der weiten Luft des ehemaligen Kirchenschiffs zu liegen.
Mit der Ouvertüre zur Oper Carmen eröffnete Atelier 1 unter der Leitung von Michael Bremer, Michael Rietz, Ulrike Schaper-Nolte und Erkentrud Seitz das anspruchsvolle Konzert. Das neu geformte Ensemble setzt sich aus dem Jugendsinfonieorchester St. Georgen-Furtwangen, dem ThomasSchulChor Leipzig, den Villinger Klosterspatzen und dem Schulchor des Gymnasiums am Hoptbühl zusammen. Ohne Mühe füllte die souveräne Leistung des Chors und des Orchesters den Raum mit Händel, Bizet und Gershwin.
Begrüßte nach dem musikalischen Auftakt der Oberbürgermeister Rubert Kubon seine Gäste aus Sachsen angenehm kurz, so blieben auch die Ausführungen des Staatssekretärs Frank Mentrup aus Baden-Württemberg und des Staatsministers Roland Wöller aus Sachsen der Situation angemessen.
Nach der modernen deutsch europäischen Hymne von Tilman Heiland eroberte mit Atelier 2 die traditionelle Chormusik die Bühne. Unter Leitung von Andreas Puttkammer und Daniel Zwierner wurden der Junge Chor St. Ursula Villingen, der Mädchenchor Rottweil und der Jugendchor der Evangelischen Schulgemeinde Erzgebirge aus Annaberg-Buchholz zu einer erstaunlichen Einheit verbunden. In einer konzentrierten Leistung interpretierte das Ensemble Orlando di Lasso, Mendelssohn Bartholdy und Eric Whitacre. Dabei faszinierte die Klangreinheit, welche die beiden Chorleiter aus den jungen Kehlen hervor zauberten. Ihre emotionale Seite zeigte der Chor in zwei sich anschließenden Gospelstücken.
Unter dem Motto „Yes we Sing“ betrat das dritte Atelier die Bühne. Es bestand aus dem Schulchor des Zittauer Christian-Weise-Gymnasiums und den Schulchören der Gymnasien am Hoptbühl und am Deutenberg aus der gastgebenden Doppelstadt. Geleitet wurde der Chor von Gottfried Lau, Marco Puder, Ulrike Schaper-Nolte und Dirk Werner. Letzterer arrangierte die Evergreens von Bruno Mars, Charles Fox sowie „Drück die Eins“ von Kayser, Haß und Ramond. Frische und Leidenschaft hielten auf der Bühne Einzug und so fiel es den Besuchern nicht schwer, sich zu einem kleinen Abendspaziergang aufzumachen, der sie zum bereits ins Violett getauchten Theater am Ring führte.
Hier empfing die neugierige Menge das Atelier Big Band. Unter Ralf Fengler, Stefan Merkl und Holger Springsklee wurden die Blechbläser aus Oelsnitz, Mosen’s Brass Band, und Villingen-Schwenningen, Jazz ConneXion und GrooveConvention zu einer schlag- und rhythmusstarken Ensemble geformt. Mit „Balkan Toast“ und „Hörfunk“ von Stefan Merkl boten sie weit mehr als nur den Übergang zur Weitergabe der Wandertafel der Schülerbegegnung an die Vertreter der Stadtverwaltung Zittau.
Anschließend überraschte unter dem Titel „Schwarz-Rot-Gold“ eine szenische Collage zur deutschen Geschichte den Zuschauer. Mit Schwung, Witz und Spielfreude gaben sie dem Tag der Deutschen Einheit unverhofft Tiefe. Und als nach lang anhaltendem Beifall die Besucher aus dem Theater traten, hatte der Tag der Deutschen Einheit nicht nur eine gemeinsame Leistung vorzuweisen sondern auch einen Inhalt.
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